Laugavegur | der schönste europäische Wanderweg in Island

Laugavegur Trail Island (Weg der heißen Quellen) 


Der Laugavegur Trail ist Islands bekanntester Wanderweg.
In vier Tagen geht es von Pórsmörk bis nach Landmannalaugar. Der Weg der heißen Quellen führt 53 Kilometer über Schnee- und Sandfelder vorbei an brodelnden, stinkenden Quellen und durch drei Flüsse.


Der Trail wird meist andersrum beschrieben. Aber ich lauf' ihn lieber von Süden nach Norden und genieße als Abschluss in den heißen Quellen zu baden und die atemberaubende Landschaft von Landmannalaugar länger zu genießen. Man kann den Trail auch um 2 Tage verlängern und in Skoga am Wasserfall die Tour beginnen. Die besten Wandermonate für den Trail sind der Juli und August.

Die einzelnen Etappen liegen alle zwischen 12 und 15 km. Also man hat Zeit genug, den Weg in aller Ruhe zu laufen. Man sollte vor allem jeder Zeit einen Blick für die atemberaubende Landschaft haben.



Vorbereitungen:



Es soll eine Ultraleicht Trekking Tour werden mit unter 6 KG Gewicht für alle 6 Tage.
Alles ist so ausgerichtet das es ein minimum Gewicht hat, aber noch einen gewissen Komfort bietet. Der Vortei an Island ist, es gibt genug Wasser unterwegs und an den Camping Grounds.


Wasser muss also nicht viel geschleppt werden. Dafür gibt es aber genug Wasser auch von ober (Regen) und die starken Winde sind auch nicht zu verachten, die Ausrüstung sollte somit Wasser- und Winddicht sein.

Es folgt eine Auflistung meiner Ausrüstung:





Auf meiner Suche nach dem Lebensmittel mit den meisten Kalorien auf 100 Gramm bin ich auf dieses Müsli gestoßen.
Es hat 445 kcal pro 100 gram. Das Gute, man kann es mit etwas Milchpulver und Wasser anrühren und es schmeckt sehr gut.
Schokolade geht immer, aber auch Müslieriegel für zwischen durch. Ansonsten habe ich mir noch pro Tag ein fertig Nudelgericht mit genommen.

Alles natürlich Trockennahrung. Das Wasser fügt man erst am Camping Ground dazu. Dann wiegt es alles nicht so viel. Dann gibt es von verschiedenen Anbietern die Kaffeetütchen 3 in 1. Da ist dann der Instand-Kaffee + Milchpulver + Zucker schon drin.

Die Ausrüstung:


Rucksack : Der Laser 35 L von Terra Nova wiegt nur 467 g.

                    Wie gesagt, ich reise mit dem Nötigsten!!!





Zelt : Das Vaude Refuge für 2 Personen, wird mit den Trekkingstöcken aufgebaut, wiegt 1 Kg.





Isomatte : Die Exped SynMat Basic UL 7,5 M bietet super Schlafkomfort und wiegt nur 420 g.

Schlafsack : Der Salewa Sigma Micro 800 bietet bis 7 C wärme und wiegt nur 740 g.

Inlet : Das Sea to Summit Inlet Reactor Compact Plus drückt den Wärmebereich des Schlafsacks noch 11 C nach unten, bei einem Gewicht von nur 254 g.

Kocher : Der CS585HA von Esbit ist ein Tassen-Kocher mit 585 ml und wiegt nur 197 g. Er wird mit den Anzündern von Esbit beheizt, ein Anzünder reicht für ein Essen. Ich hab die Anzünder im Koffer immer im Flugzeug mit genommen. Esbit-E-CS585HA-Trockenbrennstoff-Kochset




Kleidung:


Outdoor Jacke


Outdoor Jacke von Jack Wolfskin mit Texapore, absolut Wind- und Wasserdicht und dabei super Atmungsaktiv.


Outdoor Hose


Outdoor Hose von Jack Wolfskin mit Texapore, genau wie die Jacke super Wasser- und Winddicht.



Ihr braucht unbedingt sehr gute Wanderschuhe, also keine Turnschuhe oder so. Sie sollten ein grobes Profil haben, da der Weg sehr viel Schotter und oft sehr steil ist.
Unterwäsche und Socken nehme ich aus Milrofaser, ebenso das Handtuch (Geschirrhandtuch). Man kann die Wäsche jeden Tag auswaschen und sie ist in nur kurzer Zeit wieder trocken und einsatzbereit.

Island Laugavegur


Anreise: Island ist mit dem Flugzeug von vielen Städten Europa zu ereichen.

Ich fliege von Düsseldorf mit Air Berlin und komme leider erst um 23 Uhr 50 in Keflavik an.
Neu dazu gekommen ist wow-air . Sie bieten oft günstigere Flüge nach Keflavik an.


Von hier ist man noch locker eine 3/4 Stunde bis Reykjavik unterwegs, also ereicht man sein Hotel erst mitten in der Nacht. Ich bleibe dann noch einen Tag in Reykjavik und unternehme
einen Tagesausflug, bevor ich am nächsten Tag morgens um 8 Uhr mit dem Bus nach Porksmörk aufbreche. 



Reykjavik Thorsmork

Unterünfte in Reykjavik:

gestinn
igdlo guesthouse

Pórsmörk Ausgangspunkt meiner Reise.





Mit dem Bus re.is erreichet Ihr von Reykjavik in 4 Stunden den Anfangspunkt des Trails in Pórsmörk. Wir laufen den Trail von Süden in Richtung Norden. Denn am Ende des Trails warten dann als Belohnung heiße Quellen zum Baden. Außerdem genießen wir zum Schluss gerne die Landschaft in Landmannalaugar noch ein bis zwei Tage.

In Pórsmörk laufen wir meist nicht gleich los, sondern bleibe noch den restlichen Tag hier und unternehme kleine Ausflüge in der Gegend. Dies ist auch die letzte Möglichkeit, etwas zu Essen oder zu Trinken kaufen.



Am nächsten Morgen geht es los durch eine, für Island untypische, waldreiche Landschaft. Der Weg schlängelt sich durch kleine Birkenwälder. Sehr schön und einfach zu laufen.




Nun kommt man zu einem der größten Hindernisse der ganzen Tour, die Prönga. Ein reißender Gletscherfluss, der nicht nur knietief und sehr schnell fließt, sondern auch eiskalt ist. Dadurch ist die Gefahr groß, dass man durch die Kälte schnell einen Wadenkrampf bekommt. Stöcke sind hier sehr von Vorteil.




Auf dem letzten Teil des Weges, kurz vor der Hütte Botnar, geht es noch einmal steil bergauf. Hier ist der Weg unbefestigt und voller Schotter, also sehr vorsichtig sein. Oben angekommen ist es jetzt nicht mehr weit bis zur Hütte Botnar. In Botnar angekommen suchen wir uns unten am Bacheinen Platz für unser Zelt und bereiten alles fürs Abendessen vor.



Botnar, der 2. Übernachtungsplatz der Tour.







Nachdem wir die Nacht im Zelt verbracht habe und nun alles sicher verstaut haben, geht es los auf die zweite Etappe. Von Botnar aus läuft man durch eine skurrile Landschaft, die an eine Marslandschaft erinnert. Sie besteht fast ausschließlich aus neongrünem Moos und tief schwarzer Lavaasche. Und dazwischen riesige Berge. Alles sehr skurril, aber sehr faszinierend.






Zum Schluss geht es noch durch einen nicht so tiefen, dafür aber breiten Fluss. Danach mache ich erstmal ein Pause, um die nassen Füsse zu trocknen, die Landschaft zu genießen und mir einen Kaffee zu machen. Dann noch einen kleinen Hügel rauf und man ist am See von Àlftavatn angekommen.


Àlftavatn, der 3. Übernachtungsplatz malerisch gelegen am See.





Wir verlassen Alftavatn und es geht durch ein grünes Tal leicht bergauf. Jetzt folgt die letzte Flussdurchquerung. Es ist ein kleiner eiskalter Quellfluss. Danach kommt ein sehr steiler und langer Aufstieg. Von hier hat man einen atemberaubenden Blick auf den See.






Ab hier ändert sich das Landschaftsbild schlagartig! Es geht nun über ein Hochplateau zur nächsten Hütte, die man schon in der Ferne sehen kann. Doch dieses Plateau hat es in sich, denn es ziehen sich viele kleine Täler durch die Ebene. Für uns heißt das, ein ständiges Auf und Ab, bis man endlich die Hütte von Hrafntinnusker erreicht hat. 


Man kann entweder im Haus in großen Schlafräumen übernachten oder draußen im Campingbereich. Hier haben viele Wanderer schon Mauern aus Lavasteinen aufgestapelt als Windschutz. Wir suchen uns draußen eine windgeschützte Ecke für unser Zelt.



Hrafntinnusker, der 4. Übernachtungsplatz der Tour, hier oben ist es oft sehr stürmisch.





Am nächsten Morgen wird im Kocher erst der Kaffee gekocht und dann später das Müsli warmgemacht. Frisch gestärkt geht es nun los.







Hinter der Hütte führt der Weg weiter Richtung Landmannalaugar, die letzte Etappe der Reise. Wir steigen erst einmal weiter den Berg hinauf über alte Schneefelder.

Danach geht es fast immer nur noch bergab vorbei an geothermischen Bereichen und dampfenden Lavafeldern. Von hier oben habt Ihr einen sagenhaften Blick auf die farbenprächtige Landschaft von Landmannalaugar. 

Landmannalaugar der Endpunkt des Trails.







Wir haben den kompletten Trail mit seinen 53 km ohne Verluste geschafft. Nun habt Ihr Zeit zu entspannen. Ich empfehle Euch ein Bad in den heißen Quellen. Bei ca. 35 bis 40 Grad hält man es schon eine Weile dort aus.

Hier könnt Ihr Euch von den Strapazen der letzten Tage erholen. Zwei alte, grüne Schulbusse, die als Cafe und Laden umgebaut wurden, bieten Euch die Möglichkeit was einzukaufen. Ein leckeres Sandwich und ein heißer Kaffee sind jetzt genau das Richtige.



Hot Spring









Wie zum Start des Trail, bleibe ich auch hier einen Tag länger um Ausflüge in der Gegend rund um die heißen Quellen zu machen. Die Gegend lädt zu zahlreichen Touren auf die umliegenden Berge ein. Jeder Aufstieg belohnt mit einem wunderschönen Blick auf eine atemberaubende Landschaft. Am nächsten Tag heißt es Abschied nehmen. Mein Bus fährt um 15 Uhr in Richtung Reykjavik.

Jens Schulenkorf

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